Reportage: GTA 11 besucht die Druckerei Oehme

Unsere GTA-Schülerin Katharina Paul verfasste einen Bericht über einen Besuch der Druckerei Oehme, hier in Fürstenwalde, die die GTA im Rahmen des Unterrichts besuchte. Judith Eisermann steuerte die Fotos bei.

Die Druckerei Oehme, das Medien Zentrum in Fürstenwalde, ein Ort an dem alle möglichen Druckerzeugnisse mit einer hochwertigen Qualität entstehen. Im Bereich des Offsetdrucks, Digitaldrucks, XXL-Digitaldrucks sowie bei der Verarbeitung und Veredlung von Druckerzeugnissen ist die Druckerei Oehme der optimale Ansprechpartner für ihre Produkt- und Ideenumsetzung.
Dies konnten wir, die GTA 11, mit Begleitung von Herrn Geyer,  am Montag den 15.April nach einem kurzen Einblick in die Druckerei feststellen. Mit einer persönlichen, kompetenten Führung des Geschäftsführers Herrn Oehme durch die Druckerei bekamen wir eine direkte Einsicht in den Workflow des Betriebs, von der Vorlage bis zum Endprodukt.
Nach einer netten Begrüßung von Herrn Oehme wurden wir durch die einzelnen Räume der Druckerei geführt.  Alle einzelnen Stationen, die das Produkt durchlaufen muss, haben wir zu sehen und erklärt bekommen. Um den Workflow in der Druckerei verfolgen zu können, wird eine Auftragstasche angefertigt. In dieser stehen alle Festlegungen die von dem Kunden und der Mitarbeiter bestimmt wurden.
Unsere erste Station war die Druckvorstufe. Hier erfuhren wir alles über den digitalen Workflow. In dem nächsten Raum befand sich ein Aluminiumplattenbelichter. Dieser stellt die Druckform der einzelnen CMYK Farben für die Druckwalzen her.
Für mich klärte sich hier, durch Herrn Oehmes ausführliche Erläuterung, warum ein Druckraster von besonderer Relevanz ist. Dieses Thema war in der Theorie für mich nur schwer zu verstehen, durch die praktische Anwendung aber eindeutig verständlich.

Wir betraten den nächsten großen Raum. Hier standen viele Regale mit Materialien wie Papier und Toner. Die für den Digitaldruck benötigten Digitallaserdruckmaschinen faszinierten mich durch ihre Produktivität. Herr Oehme betonte, dass diese Maschine von 60g- 350g/m2 3000 Exemplare in der Stunde drucken kann und dies beidseitig. Neben dieser Maschine lief gerade eine Offsetdruckmaschine. Das zu bedruckende Papier durchläuft in der Maschine verschiedene Stationen: Zuerst werden die Bögen Millimeter genau ausgerichtet, dann laufen sie durch 5 Farbwerke. Jedes Farbwerk ist für eine Farbe zuständig: Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz. Das letzte Farbwerk ist für die Sonderfarbe zuständig. Die letzte Station der Maschine ist ein Auslegewerk in dem die Druckerzeugnisse gesammelt werden. Diese Maschine begeisterte uns auch durch ihre Effizienz, denn sie fertigt 12000-15000 Stück pro Stunde. Diese Effizient zeigt sich auch in den Papierverbrauchszahlen der Druckerei. Im Jahr werden über 160 Tonnen Papier verbraucht.
Die Weiterverarbeitung, z.B. das Schneiden, Falzen und Heften wird auch maschinell gefertigt, aber an fast jeder Maschine finden wir einen kompetenten Mitarbeiter, der diese Vorgänge kontrolliert. Alle Mitarbeiter begeisterten mich durch ihre Freundlichkeit und Bereitschaft Fragen zu beantworten.
Die letzte Station führte uns in einen Raum in dem ein Inkjet-Digitaldrucker stand. Dieser bedruckt alle möglichen Materialien, wie z.B. Folien, Klebefolien und Fahnen.
Das war die letzte Station unserer Führung in der Druckerei Oehme.

Besonders beindruckt war ich von der Ausführlichkeit der Erklärung von einzelnen Stationen. Durch die Ordentlichkeit im gesamten Betrieb werde ich diese Druckerei positiv in Erinnerung behalten.

Katharina Paul, 16.April 2013

Kulturtag eines Lehrers

„Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte …“; diese Zeilen von Eduard Mörike beflügelten mich, auf dem ersten Sonnenstrahl des Frühlings am vergangenen Samstag im Brandenburger Land nach Norden auf den Spuren Theodor Fontanes zu wandeln (klingt poetisch, war aber so).
In seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschreibt er unter anderen das Kloster Chorin in so malerischen Bildern, dass die Fahrt in die Schorfheide zum Muss wurde. Es war noch kalt, dennoch  ergossen sich aus Reisebussen die ersten Touristen. Die weitläufigen Wanderwege rund um das Kloster verstreuten allerdings die Schaulustigen so, dass man das Erwachen der Natur in aller Stille entdecken konnte.
Und zu entdecken gab es die ersten gelben Flecken im immer noch liegen gebliebenen Schnee. Das große Raten um die ersten gelben Frühjahrsboten führte von Sumpfdotterblumen über Leberblümchen bis zu Krokussen. Dass es sich um „Winterlinge“ handelte, hat mir erst Google verraten.
Die Gewässer waren bis zur Hälfte zugefroren, in der Sonne erschien das Kloster eher romantisch als majestätisch. Im Klostershop konnte ich wieder nicht an den fabelhaften Kinderbüchern vorbei. Und als hätte ich es geahnt, begegnete mir „der Osterspaziergang“ – den man heute so sehr nachempfinden konnte – von Goethe als Kinderbuch mit wunderbaren Illustrationen von Klaus Ensikat.

Die Abendveranstaltung setzte dem schönen Erlebnistag die Krone auf.  Mit viel Einfühlungsvermögen – aber auch dem nötigem Humor – vertonte die junge Band  „LU:V“ die fast vergessenen Animationsfilme aus DDR-Zeiten auf eigene musikalische Art und Weise. Die Filme selbst waren mit einfachsten Mitteln sehr fantasievoll umgesetzt.

Alles in allem auch als Tag für Erzieher, Sozialassistenten und Gestaltungstechnische Assistenten zum Entspannen geeignet. Jetzt kann der Frühling kommen.

Siegfried Gläsemann

Abschluss und Präsentation der Weihnachtsprojekte am 20. Dezember 2012

Den Abschluss des Weihnachtsprojektes an der Beruflichen Schule, in dessen Verlauf verschiedene Schülergruppen an den unterschiedlichsten Projekten arbeiteten, stellte die für den 20. Dezember geplante Präsentation der Ergebnisse im weihnachtlich gestalteten Foyer dar. Von neun Uhr an lief ein buntes und abwechslungsreiches Programm der Projektgruppen, das von Herrn Pickut mit seiner großen Theater-Gruppe eröffnet wurde, die sich auf eine Reise rund um die Welt in Sachen Weihnachtstraditionen in verschiedenen Ländern machte.
Es schloss sich Herrn Westphals Projektgruppe an, die Zwerg Bert ein Hörspiel mit dem Titel „Ich will gewinnen“ widmete und dieses selbstproduzierte Werk nebst einer kleinen Fotopräsentation von der Produktion vorspielte (einen ausführlicheren Beitrag zur Erstellung des Hörspiels findet man hier).
Eine weitere Projektgruppe unter Leitung von Frau Dr. Möhring hatte ebenfalls ein Hörspiel mit selbstkomponierter und -performter Titelmelodie produziert, in dessen Mittelpunkt Zwerg Bert und das Verschwinden eines kleinen Hundes stand. Die Gruppe stellte dem Auditorium ihr Hörspiel, untermalt von einer per Beamer projizierten Präsentation mit selbsterstellten Motiven zur Geschichte vor.
Die von Herrn Gläsemann geleitete Projektgruppe baute im Verlauf der Projekttage nicht nur ein besonders schönes Stabpuppentheater, sondern auch die zugehörigen Stabpuppen, die, wie die Beteiligten vor Ihrer Vorstellung betonten, keine realen Vorbilder hätten, weder in der Beruflichen Schule und noch viel weniger in der Lehrerschaft  :lol:. Das Publikum hatten ebenso wie die drei Puppenspieler jede Menge Spaß an dieser „etwas anderen Weihnachtsgeschichte“ und es ist nicht übertrieben, wenn hier von zahlreichen Lachtränen die Rede ist.
Anschließend präsentierte Herr Geyer als Leiter der Gruppen „Schreibwerkstatt“ und „Hörspiel-Cover-Gestaltung“ per Beamer die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler, die sich in dieser Projektgruppe engagiert beteiligt hatten.
Es schloss sich – sozusagen als letzter Act im Foyer – die Projektgruppe Musik unter Leitung von Frau Mehrtens an, die einige Weihnachtslieder, mutig unterstützt vom vielen Zuschauern, performte. Zu weihnachtlicher Musik wurde anschließend im Rahmen einer selbst entwickelten Choreografie getanzt, was beim Publikum so gut ankam, dass ein Teil davon noch einmal wiederholt werden musste. Hervorzuheben ist auch die Gruppe von „Gitarristen“, die zusammen mit Herrn Pickut wohlklingende Töne aus ihren Gitarren zauberten und das, obwohl einige der Beteiligten erst ein paar Tage zuvor zum ersten Mal eine Gitarre in den Händen gehalten hatten.
Kulinarisch wurde die sehr gelungene Präsentation aller Projektgruppen durch Frau Schwarzfeld und ihre Gruppe abgerundet und sozusagen mit dem „Sahnehäubchen“ versehen: Neben einem selbsterstellten Rezeptbüchlein (Titel „Kalorien in ihrer schönsten Form“) begeisterte die Gruppe die Anwesenden mit jeder Menge Spezereien aus eigener Produktion. So wurden verschiedene Suppen, Leckereien wie Marzipankartoffeln und Rumkugeln, aber auch Weihnachtliches Gebäck wie etwa Eiweiß-, Zitronen- und Butterplätzchen, Rosinenstollen, Heidesandgebäck, Schokosterne, Lebkuchen auf dem Blech und Schwarz-Weiß-Gebäck feilgeboten.
Glücklich, dass die Projekttage einen so würdigen, fröhlichen und schönen Abschluss gefunden hatten, griffen Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer kräftig zu und liessen sich es bei Speis und Trank richtig vorweihnachtlich gut gehen.

Neues aus der alten Gutenberg-Welt…

Herr Geyer übergab dem Web-M. folgenden Artikel bzw. Fotos mit Bitte um Veröffentlichung:

Am letzten Mittwoch, 12.12., fuhren drei mutige Männer mit dem FAW-Transporter gen Westen um im fernen Berlin einen Schatz zu heben. Das ist kein Märchen, sondern Folge eines großzügigen Geschenkes von Herrn und Frau Köhrich – von der Osten, Besitzer einer kleinen und feinen Druckwerkstatt in Berlin-Schöneberg. „Wir standen vor der Wahl alles dem Schrotthändler zu überlassen, oder das brauchbare Inventar für eine einer sinnvolle Nutzung zu spenden“. Jan Höwer, Siegfried Gläsemann und Christoph Geyer fanden mit Hilfe eines 6 Jahre alten Navis das Ziel und direkt vor der Haustür einen legalen Parkplatz. Auch das ist kein Märchen. Immerhin mussten ein Stau auf der Stadtautobahn, ein normales Verkehrschaos in Kreuzberg und Schneematsch-Hindernisse überwunden werden.
Im Erdgeschoss den schönen Berliner Bürgerhauses befand sich noch vor etwa 8 Jahren ein Teil der Druckerei. Seit der Betrieb aus gesundheitlichen Gründen schließen musste, legte sich der Staub auf die aufgegebene Arbeitsstätte.
Nach etwa zwei Stunden hatten wir ein großes Setzkastenregal, etwa 30 Satzschiffe mit abgelegtem Schriftsatz und losem Material, Werkzeug, Klischees und Farben im Transporter verstaut – davon etwa 100 Kilogramm Schriftblei. Nach einer gemütlichen Kaffee-Pause bei Köhrich – von der Osten´s, stiegen wir noch einmal unters Dach, wo der größere Teil des Schatzes auf die Bergung wartet. Von der anschließenden Plauderei über Fachliches und Geschichtliches konnten wir uns nur schwer losreißen, um den Rücktransport mit der wertvollen Fracht anzutreten.
Das Ausladen ging schnell von der Hand und schon am nächsten Tag, konnten zwei Schülerinnen der GTA 11 damit beginnen einen ersten Ablage-Versuch der verstreuten Lettern zu starten. Mühsam ist das Geschäft, aber man sieht, was man schafft. Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg würde sich freuen.

P.S.: Auch Herr Westphal stand zur Wahl, die abenteuerliche Expedition in die Gutenberg-Welt zu begleiten, aber jemand musste die anstehenden vier Vertretungsstunden bei den Erziehern 12 bestreiten. So blieb er in der Schule, um hier seinen Mann zu stehen und seinen Anteil zu leisten, dass dieser „Schatz“ gehoben werden konnte.

 

Exkursion der GTA11 ins Guggenheim Museum Berlin

Den Unterricht im Fach Kunstgeschichte nutzte die Klasse GTA11 am Montag dieser Woche zu einer Exkursion ins Guggenheim-Museum, das sich in Berlin auf der Straße Unter den Linden, direkt gegenüber der Staatsbibliothek in einem wunderschönen alten Bankgebäude befindet.
Zur Zeit zeigt das Guggenheim eine Ausstellung unter dem Titel „Visions of Modernity„, in der Meisterwerke des Impressionismus und der Klassischen Moderne zu sehen sind. Stellvertrend für die die ausgestellten Künstler seien hier nur Paul Cézanne, Robert Delaunay, Wassily Kandinsky und Pablo Picasso genannt.
Herr Geyer hatte für alle Schülerinnen und Schüler der Klasse eine Aufgabe vorbereitet, die zu erfüllen war. U.a. sollten zwei selbstgewählte Exponate der Austellung genauer unter die Lupe genommen werden. Dazu waren Skizzen und Beschreibungen der Exponante anzufertigen sowie Hintergründe zur Entstehung der Werke und der jeweiligen Künstler in der Nachschau zu recherchieren. Wie man auf vielen der Fotos sehen kann, gingen unsere Gestalter mit großem Interesse und Freude an die Erfüllung ihrer Aufgabe.
Und auch Herr Westphal hatte als Begleiter viel Freude daran, die GTA bei Ihrer Exkursion privat zu begleiten, denn Mathematik- und Datenverarbeitungs-Lehrer interessieren sich für weit mehr als nur für ihre Unterrichtsfächer…

P.S. Kleiner Spartipp für Interessierte: der Montag steht beim Guggenheim-Museum unter dem Motto „I like Mondays“. Für den Besucher heißt das: der Eintritt ist an diesem Tag frei.

Der Web-M.

Projekt Bleisatz: Exkursion der GTA 11 mit Herrn Geyer

Dem Web-M. wurde von Herrn Geyer und der Klasse GTA 11 folgender Artikel nebst Video und Fotos mit Bitte um Veröffentlichung zugeleitet:

Videovorstellung Berufliche Schule der FAW

Zum Betrachten des Videos bitte auf das Bild klicken.

Exkursion der GTA 11 mit dem Fachlehrer Christoph Geyer am 27.09. und 30.09.2012

© Bildquelle: Wilhei/ PIXELIO (www.pixelio.de)

Grafisches Gestalten der Praxis ist eben doch etwas anderes als vor dem Computer zu sitzen. Besonders wenn die Technik sich seit der Zeit Gutenbergs nur wenig verändert hat. Es ging um Bleisatz, genauer um den Handsatz mit beweglichen Lettern.
Vorausgegangen war eine theoretische Einweisung in die einzelnen Arbeitsschritte des Handsatzes. Jeder Schüler hatte ein Entwurfsblatt mit dem vorgegebenen Text, eine Tabelle mit der Einteilung des Setzkastens und eine Liste der verfügbaren Schriftarten und -grade dabei. Die Benutzung des Winkelhakens und des Satzschiffes sowie die Tatsache, dass alle Buchstaben nur spiegelverkehrt lesbar sind, war den Auszubildenden also bekannt. Auch Fachbegriffe wie: Zeilenabstand, Durchschuss und Spationierung sind in der heutigen DTP-Praxis altbekannte Fachbegriffe. Doch statt einer computergesteuerten Voreinstellung war jetzt Geschicklichkeit und Geduld gefragt. Diese Eigenschaften sind praktischerweise auch für die moderne Ausbildung von zeitlosem Wert.

Erster Tag

© Bildquelle: fws/ PIXELIO (www.pixelio.de)

Ab 8:30 Uhr trudelten die ersten ein. Kurz nach 9:00 Uhr begann der Tag mit einem fast einstündigen Vortrag von Julienne Jattiot, Meisterschülerin und Mitarbeiterin an der Weißenseer Kunsthochschule. „Die moderne Technik hat den Bleisatz zwar weit gehend verdrängt, aber noch immer gibt es einige Verlage, welche Bücher im traditionellen Buchdruck herstellen. Buchdruck ist ein Hochdruckverfahren, welches eine besondere haptische Qualität hat, die durch andere Druckverfahren nicht ersetzt werden kann. Die Buchstaben – Lettern –  bestehen aus einer Legierung von Blei, Zinn und Antimon, das ist ein relativ weiches Metall, es ist giftig, aber runterfallen dürfen die Buchstaben auch deswegen nicht, weil sie dann beschädigt werden …“
Dann begann die praktische Arbeit: Setzkasten mit der richtigen Schrift aus dem Regal ziehen, Zeilenlänge festlegen, Buchstaben und Leerzeichen im Winkelhaken zwischen dünnen Bleistegen zur Zeile zusammensetzen und mit Blindmaterial den Rest der Zeile füllen. War eine Zeile fertig, musste sie vorsichtig vom Winkelhaken auf das Satzschiff abgelegt werden. Zeile für Zeile wuchs der Text, bis der Vorrat an einzelnen Buchstaben zu Ende ging.

© Bildquelle: Bernd Ehrhardt, Werbegrafiker/ PIXELIO (www.pixelio.de)

Ein Ausweg war, den Text nacheinander in zwei Teilen zu drucken, eine andere, kleinere Schriftgröße zu verwenden, oder den dritten Absatz des Textes zu streichen. „Absatz“ auch wieder so ein Begriff aus der „Bleizeit“. Am Nachmittag des ersten Tages waren einige Texte fertig für einen ersten Probeabzug. Das gab auch Gelegenheit die Druckfarbe und ihre Wirkung auf dem vorbereiteten Büttenpapier zu testen. Nach dem Probedruck zeigten sich die Buchstaben endlich wieder seitenrichtig lesbar, Voraussetzung für die Korrektur. Mal mussten mit Hilfe der Ahle einzelne Lettern ausgetauscht werden, oder ein Wort fehlte oder das Zeilenbild war zu verbessern. Mit beweglichen Lettern geht das. Beim moderneren maschinellen Zeilenguss (Linotype) mussten dann bei einem Fehler ganze Zeilen ausgetauscht werden. Trotzdem stieg die Produktivität auf mehr als das 20-fache des Handsatzes.

Zweiter Tag

Nur noch schnell die Restarbeiten erledigen und dann können wir endlich drucken. Doch die Korrektur, das Einrichten, das richtige Einlegen der Bögen in die Abzug-Presse, das Nachmischen der Druckfarbe und selbst das Reinigen der Druckform dauerte länger als vorhergesehen. Während Einzelne noch an der Korrektur werkelten und sich das Trockengestell langsam mit fertigen Bögen füllte, waren die Ersten bereits mit dem Ablegen des Satzes in die Setzkästen beschäftigt. Buchstaben, Satzzeichen, Spatien, Regletten, Stege und sonstiges Blindmaterial wanderte nach und nach wieder in die vorgesehenen Regalfächer.

© Bildquelle: Birgit H./ PIXELIO (www.pixelio.de)

24 Stunden braucht Druckfarbe; um zu trocknen. Dafür hält sie dann auch länger als fünfhundert Jahre, gutes Papier vorausgesetzt. Aus Zellstoff, Blei und Ruß entsteht Geschichte.

Empfehlungen:

  1. Kunst unter Verwendung von Bleisatz zeigt Julienne Jattiot noch bis zum 9. September in der „Galerie im Turm2 Berlin. Ausstellung Typosphäre: http://www.kulturamt-friedrichshain-kreuzberg.de/galerie-im-turm/ausstellungen.php?DOC_INST=1
  2. Weißensee Kunsthochschule Berlin

Bühringstraße 20
13086 Berlin
Telefon:  +49 30 47705-0
Telefax: +49 30 47705-290
E-Mail: sekretariat.rektorin[at]kh-berlin.de
Internet: www.kh-berlin.de

P.S. Es gibt noch weitere Fotos, die Anika zur Verfügung gestellt hat. Hier sind diese als Ergänzung zur obigen Galerie zu sehen:

Abschlussprojekt der GTA 2010 im Fach NonPrint: Erstellung einer Webseite

Im Fach NonPrint hatten die Schülerinnen und Schüler der GTA 2010 im Rahmen eines Unterrichtsprojekts die Aufgabe, eine Webseite zu einem selbstgewählten Thema zu gestalten.

Bei der Umsetzung dieser Projektaufgabe konnte das Wissen, das in diesem Schuljahr in den Unterrichtsstunden im Fach „NonPrint“ bei mir erworben wurde, direkt für die Erstellung einer eigenen Homepage angewandt werden.

Ich bin sicher, dass einige der Schüler in Zukunft Webseiten mit ganz anderen Augen sehen werden, da sie selbst erfahren konnten, wie schwierig und vor allen Dingen (zeit-)aufwendig es ist, eine Webseite zu konzipieren und den eigenen Vorstellungen gemäß zu gestalten.
Außerdem würde ich mich natürlich freuen, wenn die eine oder andere Webseite, deren Umsetzung im Rahmen des Abschlussprojektes begonnen wurde, auch fertiggestellt würde und eines Tages in den Weiten des Internets zu finden wäre…

S. Westphal

 

Die Entstehung eines Kinderbuches in der Beruflichen Schule

Frau Dr. Möhring übergab dem Web-M. heute folgenden Artikel zur Veröffentlichung:

Am Anfang stand wohl die Unterrichtsvorbereitung für eine Unterrichtseinheit im Lernfeld 2. Die Lehrerin hatte folgende Botschaft an uns vermittelt: Zum Sprechen gehört auch das Denken. Jeder sollte, bevor er den Mund auftut, überlegen, was er sagen, vorschlagen, antworten oder erzählen möchte. So viel Zeit muss sein!
Natürlich muss das auch trainiert werden. Ein Spiel dazu ist das Geschichten-Erfinden.
Der Spielleiter beginnt die Geschichte mit einem Satz. Dann setzt der Nachbar sie fort. Der Geschichtenverlauf wird durch die Schüler über eine Folge der verschiedenen Sätze bestimmt. Dabei müssen sie sich nicht nur merken, was die Vorgänger erzählen, sondern auch, wie die Geschichte weitergeht. Am Ende der Runde sollte jeder Schüler die Geschichte in Kurzform wiedergeben können, sowohl schriftlich als auch verbal.
Der erste vorgegebene Satz unserer Kettengeschichte lautete:

Im Wald zwischen Fürstenwalde und Hangelsberg lebt ein Zwerg.

Ich weiß heute nicht mehr, wer als nächten Satz sagte: „Der heißt Bert!“ Aber auf diese Art wurde der Held eines Kinderbuchs geboren.
Natürlich war das erste Ergebnis des Erzählprozesses kurios, teilweise lustig aber auch oft verwirrend. Wir hatten vorher keine Zielgruppe der Zuhörer festgelegt. Und dann kam es dick. Frau Möhring machte Zwerg Bert zur Hauptfigur für das Erfinden von Kurzgeschichten für Kinder im Kindergartenalter. Und die Klasse Sozi 11/2 musste diese Geschichten erfinden und niederschreiben. Dann durften die Schüler in ihr erstes Praktikum – vorwiegend in Kindergärten. Die Lehrerin hat die Ideen bewertet. Dass Rechtschreibung, Ausdruck und Grammatik weiter trainiert werden müssen, war klar! Aber die Figur des Bert, die von Jennifer Reimann und Familie entworfen wurde, fanden alle gut.
Und dann gelangten die Geschichten – wie auch immer – zu unseren Mitschülern der GTA 11. Ob die begeistert waren, als gesagt wurde: “Ihr wollt Gestalter werden? Hier habt ihr Material, macht was draus!“ ist zu bezweifeln. Aber Sie haben geschuftet, entworfen, umgearbeitet, nach Kritik von Herrn Menzel noch mal fast von vorne angefangen. Ehrgeiz, Fleiß und Kreativität dabei muss man vor allem Christoph Rieger, Annika Wolff, Lisa Enge und Janin Schreiber – eigentlich dem ganzen Team – bescheinigen.
Und nach dem Praktikum war es da – das erste Kinderbuch, welches in Kooperation von Sozis und Gestaltern im Mai 2012 über die Schülerfirma der FAW, die GKS Trading SAG als Verleger herausgegeben wurde. Wir sind stolz drauf!